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Armand Peugeot fertigte sein erstes Fahrzeug mit Benzinantrieb 1890. Schon kurz danach finden wir seine Firma zwischen den Marktführern. Als Ergebnis der laufenden Entwicklungen trägt 1913 bereits jedes zweite Auto das Peugeot Logo. In diesem Jahr wird das kleine Zweisitzer-Modell Bébé präsentiert, das als das erste französische Auto mit Serienfertigung gilt. Seine Popularität hat das Auto vor allem der Tatsache zu verdanken, dass die Fahrzeuge von Peugeot immer die Erwartungen des Zeitalters erfüllt haben.


Die Entwicklung des 203 fing bereits 1941, also mitten im zweiten Weltkrieg an. Die Ingenieure konnten aber wegen dem Rohstoffmangel und den kontinuierlichen Kämpfen nur sehr langsam vorankommen. Anfang 1945 nach dem Sieg der Alliierten Mächten fing die Planungsabteilung an, die Produktion des neuen Modells vorzubereiten. Mai 1946 wurde das Prototyp P4 gefertigt, das schon Großteils dem späteren Modell 203 entsprach. Dieser Prototyp wies aber viele Elemente von den Zeiten vor dem Krieg auf. Das serienreife Modell debütierte am 7. Oktober 1948 auf dem Pariser Autosalon.

 

Die lange Entwicklungszeit hatte ihre Vorteile: das Auto war eines der modernsten seiner Zeit. Das 1,3 l 4-Zylinder-Motor bekam Zylinderköpfe aus Leichtmetall. Die Steuerung bewegte Ventile, die V-förmig montiert waren. Darüber hinaus war noch der halbkugelförmige (hemisphärische) Brennraum interessant, die 3 Jahre vor den ähnlichen Motoren von Chrysler auf dem Markt erschien. Nach der Mode dieser Zeit wurde der Schalter der 4-Gang Getriebe neben Lenkrad montiert. Die Schaltung war ausgenommen vom 1. Gang synchronisiert. Die Steuerung mit Zahnstange war auch eine Neuigkeit.


Unter der selbsttragenden Karosserie kam vorne und hinten eine Aufhängung mit Dreieck-Schwingen, vorne mit kreuzweise platzierten Blattfedern. Die hintere Achse wurde mit einem Panhard-Stab erweitert, trotz dessen bat das Fahrzeug eine bequeme Federung auf den mitgenommenen französischen Autostraßen. Der Luftwiderstandsfaktor der Karosserie betrug 0,36, also besser als die des Jaguar E-Type. Anfangs gab es nur zwei Varianten der Karosserie: die viertürige (Berline), und das gleiche Modell mit einem Schiebedach aus Metall (Berline Affaires). 1949 wurde das Sortiment mit dem viertürigen, aber mit Markisette gefertigten Découvrable erweitert. Dieses Modell vereinte den Komfort eines Sedans und den Genuss eines Kabrioletts.

 

Das Jahr 1950 brachte eine enorme Ausweitung der Modellpalette: die Kombi Ausführungen erschienen, und deren verschiedenen Versionen. Das Zeichen 203 L stand für das Modell Familiale mit 3 Sitzreihen, welche mit größerem Komfort für Familien empfohlen wurde. 203 U6 stand für den Fünfsitzer Commerciale, der eine verstärkte Karosserie, stärkere Bremsen und halbellyptische Blattfedern bekam (diese Veränderungen galten für alle U Modelle). Der Kleintransporter, der Fourgonnette und dessen erhöhte Version Fourgonnette Tolée bekamen das Zeichen U4, die Ausführung mit dem Plateu (Camionnette Bachée), die Modelle ohne hinteren Aufbau (Plateu-Cabine) und der Rettungswagen (Ambulance) wurden U8 genannt. Die Modelle Camionnette und Fourgonnette waren bis zu 800 kg belastbar. Diese Fahrzeuge waren viele Jahre lang treue Partner der französischen Händler und Handwerker.

 

Am 4. Oktober 1951 erschien eins der interessantesten Modelle des Peugeot 203, der Zweisitzer Cabriolet. Obwohl die Technik mit dem des Berline identisch war, wurde dieses Modell durch die Ledersitze als Serienausstattung und der erweiterten Farbauswahl sehr populär. Einige Monate später erschien der Coupé, welche eigentlich das selbe Modell war mit einem drauf geschweißtem Stahldach. Dieser ist der seltenste 203, von diesem Modell wurden nur 953 Stück gebaut.

 

Der September im Jahre 1954 war ein sehr bedeutendes Datum in der Geschichte der 203er; zu dieser Zeit erschien das modifizierte Modell 203 C. Von außen wies diese Version nur sehr geringe Veränderungen auf, die wirklichen Neuerungen passierten im Inneren. Der Motor wurde von 42 auf 45 PS verstärkt, die Höchstgeschwindigkeit wurde von 115 km/h auf 123 km/h gesteigert. Im nächsten Jahr wurde der 403 präsentiert, die auch als erstes Ergebnis der Zusammenarbeit von Peugeot und dem italienischen Designer Pininfarina gilt. Der 403 wurde aber nicht gebaut, um den 203 abzulösen, da noch immer eine sehr bedeutende Nachfrage für das Modell vorhanden war. Der 203 blieb weiterhin in Produktion, aber mit immer weniger Ausführungen; bereits 1955 wurde das Modell mit Schiebedach (Berline Affaires) vom Sortiment entfernt, 1956 beim Erscheinen des 403 Cabriolet wurde auch die Produktion des 203 eingestellt. Das Jahr 1957 bedeutete das Ende für weitere drei Modelle: in diesem Jahr wurde die Fertigung der Plateu-Cabine, Camionnette und Ambulance beendet.

 

Als die Zeit voranschritt, nahm die Nachfrage für das Modell 203 immer weiter ab. 1955 wurden noch 76 000 Stück verkauft, bis 1959 sank die Zahl der verkauften Autos jedoch auf knapp 18 000 Exemplare. Das Todesurteil bedeutete jedoch die Tatsache, dass 1960 der berühmte Peugeot 404 erschien, welcher die Marke wieder zu einen der erfolgreichsten in Europa machte. Nach der Einführung dieses Modells wurde offensichtlich, dass neben dem 403 und dem 404 kein Platz mehr für den alten 203 bleibt. So wurde die Produktion dieses Modells am 26. Februar 1960, nach Fertigung von 685.828 Exemplaren, eingestellt.

 

Die Zahl der Produzierten Fahrzeuge gegliedert nach den einzelnen Modellen:














Berline:
Berline Affaires:
Découvrable:
Cabriolet:
Coupé:
Familiale:
Commerciale:
Fourgonnette:
Fourgon Tolée:
Plateau-Cabine:
Camionnette:
Ambulance:
Tour de France:

455 994 Stk
11 278 Stk
11 514 Stk
2 569 Stk
953 Stk
23 642 Stk
45 961 Stk
31 289 Stk
5 077 Stk
10 264 Stk
63 704 Stk
1 280 Stk
14 Stk


(Quelle: Artikel von Molnár Gyula)