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Jedes Kind träumt von Supersportautos, wahrscheinlich machte ich mir auch öfters Gedanken über Kabrios an der Meeresküste. Seit ich aber mein eigenes Geld verdiene,

Interessieren mich nur Kastenwagen.

Da ich als Werbegrafiker seit mehr als zwei Jahrzenhten mit Beschriftung von Fahrzeugen beschäftigt bin, und während meiner Arbeit auch mit mehreren Kastenwagen unterwegs war, kam die Idee, dass ich das mit einem alten Fahrzeug mache,

Selbstverständlich schön dekoriert.

Ich mag praktische Sachen. Mit den Autos geht es mir auch so. Mir gefallen alte Gegenstände, ich war aber nie ein Oldtimer-Fan. Das Kultauto Jaguar E-Type lässt mich zum Beispiel auch ganz kalt. Aber ein Kombi, oder ein Furgon ist schon was anderes! Wo man ohne schlechtem Gewissen Kartoffelsäcke oder Eimer voller Anstrichfarbe hineinpacken kann. Andererseits sind Kastenwagen nicht nur praktische Partner bei der Arbeit, sondern auch

Wichtige Werbeträger.

Es ist ja kein Zufall, dass seit der Autoproduktion diese Art von Fahrzeugen weltweit verwendet wird..

 

Um das Jahr 2000 kam ganz zufällig ein Bild in meine Hände, wo ein alter Kastenwagen der Post abgebildet war, was ich zum letzten Mal in meiner Kindheit sah. Ich hatte das gleiche Gefühl wie bei der Wiederentdeckung eines alten Geschmacks, das Geschmack des Kuchens der Oma, woran wir uns nicht mehr erinnern können, ganz vergessen hatten wir es jedoch nicht.

 

Ich wusste natürlich nicht, wie das Modell genau heißt, ich fand aber heraus, dass es der IFA Framo war. Ich kann mich sogar an das Geräusch erinnern... Dieses Modell verschwand ganz von Ungarn, in Deutschland hätte man jedoch brauchbare Exemplare finden können, zu der Zeit schien es aber

ganz unerreichbar.

Viele Jahre lang wollte ich die Sehnsucht verbergen, die aber wie ein versteckter Brunnen hin und wieder auf die Oberfläche kam. Zu einer dieser Gelegenheiten sind wir auf den Peugeot 203 Fourgonnette aufmerksam geworden. Dieses Fahrzeug kannte ich bisher gar nicht. Was soll ich sagen, das war

Liebe auf den ersten Blick.

Dicke vorderen Kotflügel, Türe öffnen nach vor, Blinker mit Arme auf den Seiten, und diese klassische runde Form... Ja, wie die Essenz der Merkmale der Autoproduktion in den 50er Jahre. Ich wusste also schon, was ich suche! Es ist bekannt, dass die Nutzfahrzeuge wegen der erhöhten Inanspruchnahme nur sehr selten den Oldtimeralter erleben. Ein langes Suchen folgte, wobei ich herausfand, dass kein einziges Modell von dem Fourgonnette in Ungarn vorhanden ist (in den 50er Jahren kamen nur sehr wenige französische Fahrzeuge nach Ost-Mittel-Europa). Nach den Daten verschiedener Oldtimerklubs im Internet sind auch keine in den Nachbarländer zu finden. Da man immer seltener von Scheunenfunde erfährt, sorgte für Aufregung, dass wir in Süddeutschland ein solches Auto gefunden haben. Es war zwar nicht betriebsfähig, aber trotz des Alters in relativ gutem Zustand. Das Fahrzeug wurde 1956 produziert, gelangte 1986 nach Deutschland, wo die Straßenzulassung jedoch nicht mehr gemacht wurde. Das war (für uns zumindest) das Glück, da das Auto die letzten 20 Jahre in einer sorgfältig verschlossenen Garage in einem

"Dornröschen-Schlaf" verbracht hatte.

Damals wussten wir noch nicht, dass obwohl von der Personenwagen-Version des 203 noch viele Exemplare in Europa unterwegs sind, der Fourgonnette zu den Kuriositäten zählt. Als ich mit dem Fahrzeugrestaurator hingereist bin, um das Auto uns genauer anzusehen, fühlten wir schon, dass dieses Auto nicht nur bei Markenklubs und Oldtimer-Fans für Aufregen sorgen wird...

 

So sah er aus, als wir ihn gefunden haben. Hier verbrachte das Auto die letzten 20 Jahre, es waren aber fast alle Teile vorhanden, sogar die originalen Papiere. Wir mussten nicht lange verhandeln...

Der Fahrzeugrestaurator Wachtel Tamás holte das Auto mit einem Trailer ab. Auf dem Bild sieht man den deutschen Besitzer. Für ihn sind das die Momente des Abschieds, für uns des großen Anfangs.

Ist das ein Zufall, dass ein Fahrzeug, dass 1956, im Jahre der ungarischen Revolution und Freiheitskampf 52 Jahre später am 23. Oktober nach Ungarn kommt? (Die Revolution begann am 23. Oktober 1956). Am Bild die Momente der Ankunft. (Die Karosserie schaut nur wegen dem Regen auf dem Heimweg so glänzend aus...)

 

Die Restaurierung mit Fotos dokumentiert findet man im Menüpunkt „Restaurierung”. Für Kastenwagen-Fans möchte ich noch ein paar interessante Autos der Zeit zeigen:

 

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Der Fiat Balilla Kastenwagen aus den 30er Jahre. Es wurden nur ein paar Exemplare der Personenwagen-Ausführung erhalten, diese sind auch großteils in Museen.

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1950 wurde auch vom Opel Olympia eine Kastenwagen-Ausführung produziert, mit überraschenden ähnlichkeiten zum Peugeot 203.

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Es hat auch bei Ford ähnlich ausgesehen: dort diente der harmonische und sehr seltene Taunus die Basis für das kleine Nutzfahrzeug.

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Renault wollte auch nicht zurückbleiben; auf dem Bild sieht man das Modell Juva 4, wobei auch ersichtlich ist, dass zu dieser Zeit schon Werbungen auf Autos gemalt wurden.

Dieses Modell wurde von Skoda produziert, und bei der ungarischen Post eingesetzt. Kein einziger Stück blieb erhalten.

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Ja, sogar vom Mercedes 170 wurden Kastenwagen gemacht. Das 1952 produzierte Modell weist sehr viele Stilmerkmale von den Zeiten vor dem Weltkrieg auf. Heutzutage ist das Auto schon ein Vermögen Wert.

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Der unvergessliche IFA Framo, alles fing mit dir an...

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Ein sehr schon restaurierter Exemplar des Panhard Dyna. Ich vermisse jedoch eine schöne Beschriftung.

Der Kastenwagen von Morris Minor sieht auch sehr schön aus. Wegen dem Lenkrad auf der rechten Seite konnte er bei mir nicht in Frage kommen.

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Worauf viele gesagt haben: so hässlich, dass es schon schön ist. Der Citroen CV aus dem Jahre 1950, die Karosse erinnert an Rolladen. Das Auto wurde schon zu französischem Wahrzeichen, und wurde der Favorit von vielen.